Boden - Living-Earth

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Boden

Was unterscheidet einen lebendigen Boden von totem Boden?

Alle Angaben zum Humusgehalt beziehen sich auf den durchwurzelten Oberboden.

Den wesentlichen Unterschied macht der Humusanteil aus. Über Humus gibt es sehr viel Literatur, eine kleine Auswahl finden Sie in der Literaturliste.In natürlichen Kreisläufen in unserer Klimazone bauen die verschiedensten Organismen(Mikroorganismen, Pilze, Kleintiere, Regenwürmer u.a.) ca. 1 cm Humus in 100 Jahren auf durch Zersetzung u. Verdauung organischer Masse (pflanzlichen u. tierischen Ursprungs). Waldboden enthält bis zu 30 % Humus. Wiesen- u. Ackerböden sollten mind. 5 – 6 % Humus haben.

Durch humusabbauende Wirtschaftsweisen in der konventionellen Landwirtschaft ist der Humusanteil, der in der Natur in tausenden von Jahren aufgebaut wurde, zwischenzeitlich auf etwa die Hälfte, also 2 – 3% abgebaut. Auf so humusarmen Böden können Kulturpflanzen nur noch mit massivem Einsatz von synthetischem Dünger wachsen.
Der Oberoden eines wüchsigen Gartens besteht aus Humus, Huminstoffen u. Feinerde.

Da die natürlichen Kreisläufe die Humusschicht relativ langsam aufbauen und wir ja möglichst bald einen lebendigen Gartenboden wollen, stellt sich die Frage:Wie baue ich in möglichst kurzer Zeit die notwendige Humusschicht auf?

Hierzu sind 3 Prinzipien zu beachten:
  1. Boden niemals wenden
  2. Boden immer bedeckt halten
  3. Kompostierung


Boden niemals wenden

Was geschieht bei der wendenden Bodenbearbeitung, also beim Pflügen o. Umgraben?Die oberste Schicht, der Humus wird nach unten befördert, der Unterboden nach oben.Die Folgen sind, dass der größte Teil des wertvollen Bodenlebens zerstört wird.Sauerstoffliebende Bakterien werden vom Sauerstoff abgeschnitten, sauerstofffliehende Bakterien werden dem Sauerstoff ausgesetzt. Außerdem werden die Bodenporen zerstört u. damit der Wasserkreislauf.

Die wendende Bodenbearbeitung zerstört die gesamte Arbeit des Bodenlebens.

So kann niemals Humus aufgebaut werden!!!


Boden immer bedeckt halten

Durch ständige Bodenbedeckung erreichen wir folgende Vorteile:
  1. der Boden trocknet nicht aus, keine Verkrustungen an der Oberfläche
  2. das Bodenleben bleibt permanent aktiv, oberhalb der Humusschicht entsteht eine Rotteschicht, die ständig zu Humusaufbau führt
  3. Bodenerosion durch Wind u. Wasser wird vermieden
  4. im Winter bleibt das Bodenleben, je nach Dicke der aufgebrachten Mulchschicht bzw. Beschaffenheit der Gründecke, bis zur Oberfläche des Bodens aktiv. Der Boden bleibt locker.
  5. das Porenvolumen im Boden wird größer, der Boden kann deutlich mehr Wasser aufnehmen

Bodenbedeckung kann durch Aussäen geeigneter Pflanzen (Gründecke), Mulchen mit Gras, Stroh, Heu usw. oder auch Aufbringen einer Kompostschicht erfolgen.


Kompostierung

Über Kompostierung gibt es ganz viel Literatur, eine kleine Auswahl ist in der Literaturliste zu finden. Grundsätzlich gibt es 2 Arten der Kompostierung: Flächenkompostierung u. Haufen- bzw. Mietenkompostierung

Bei der Flächenkompostierung wird der Boden mit organischer Masse bedeckt. Die Kompostierung erfolgt dann langsam ohne Erwärmung durch allmähliche Besiedlung der organischen Masse mit Mikroorganismen, Pilzen, Kleintieren, Regenwürmern, die organische Masse in Kompost u. Humus umbauen. Durch gezieltes Befeuchten z. B. mit Brennesseljauche kann der Prozeß beschleunigt werden.

Die Haufen- bzw. Mietenkompostierung ist die gebräuchlichere Methode. In der Literaturliste sind mehrere Artikel verfügbar, die beschreiben, wie die Kompostierung sehr gut funktioniert.

Ich rate zur Vorsicht bei der Verwendung von sogenannten Stadt- o. Grünkomposten. Diese können mit Schwermetallen, Pflanzenschutzmitteln u. Fremdstoffen (z. B. Plastikfolien, Metall- u. Kunststoff-resten usw.) kontaminiert sein. Häufig sind diese Komposte auch noch relativ roh, also zu wenig verrottet. Die Verwendung solcher Komposte kann zu erhöhtem Schädlingsbefall und/oder Störungen des Säure-Basen-Haushaltes des Bodens führen.

Wir sollten alle organischen Materialien in großer Vielfalt sammeln, um soviel Kompost wie möglich herzustellen. Eine Überdüngung mit Reifkompost ist unmöglich, weil die enthaltenen Nährstoffe nur langsam freigegeben werden durch Umbildung des Kompostes in Humus. Unsere Pflanzen haben die Möglichkeit, sich über ihre Feinwurzeln im Humus mit allen Nährstoffen, Mineralien, Spurenelementen etc. optimal zu versorgen. Die Pflanze wird nicht mit wassergelösten Nährsalzen “gemästet“, sondern nimmt aus dem Humus genau das, was sie für gutes Wachstum u. vor allem beste Gesundheit u. Widerstandskraft benötigt.

Unser gesunder Gartenboden ist die wichtigste Voraussetzung für gesunde Pflanzen, die unsere Nahrung bilden und unsere Gesundheit erhalten oder wieder herstellen!!!
 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü